Kategorie: Leseproben

Larks Aufbruch ins Ungewisse , part2 #Leseprobe

Für unsereiner mag es Geringes sein, einfach loszuziehen und die Welt zu erkunden. Für Lark jedoch war es die größte Herausforderung seines Lebens. Ein kleiner Schritt für einen Riesen, ein großer Schritt für einen kleinen Kalur. Seine Beine zitterten als würde er das erste Mal auf ihnen stehen. Seine Hände wurden feucht und schwitzig und er schaute nervös auf die vor ihm liegende unbekannte Welt. All seinen Mut zusammen nehmend atmete er tief ein, ging zögerlich los und tappste direkt in etwas ekelhaftes klebriges hinein. Sein ganzer Körper war plötzlich darin eingetaucht. Seine Hände, sein Gesicht, seine lange Schnauze und seine gesamte Kleidung waren darin versunken und davon umgeben. Lark atmete direkt erst einmal nur in Schnappatmung weiter. Er war gearadewegs in die dicken Gespinste hunderter Spinnen gelaufen, die sich zwischen dem lange nicht benutzten Pfosten des Torwegs befanden und er hatte absolut keine Ahnung was das war.

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Larks Aufbruch ins Ungewisse part1 #Leseprobe

„Mutter, egal, was du sagst, ich werde ausziehen und die Welt erkunden.“ eröffnete Lark seiner aufgrund dieser Nachricht zunehmend verstörten Mutter.
„Aber Lark… Du weißt doch gar nicht, worauf du dich da einlässt! Was weißt du denn schon von der Welt? Dein Vater hat dir doch hunderte, wenn nicht gar tausende Male gesagt, wie gefährlich es da draußen ist.“ betonte sie sichtlich verzweifelt.
„Ich weiß, Mutter. Aber sag mir, war Vater jemals selbst ausgezogen, um wirklich sagen zu können, ob die Geschichten der Wahrheit entsprechen? Oder hat er mir immer nur erzählt, was sein Vater ihm früher selbst erzählte? Papa saß doch immer nur zu Hause auf der Couch und kaute sich bibbernd auf den Fingern herum, während er aus dem Fenster schaute!“ entgegnete er entrüstet und machte sich daran, sein Bündel zu packen. (mehr …)

Downfall (Back to paradise) – Leseprobe

Es war kein verdammter Alptraum – zumindest keiner, aus dem man wieder erwachte. Wenn, dann eher einer, der wahr geworden war und einen mit der unerbittlichen Fleischpeitsche die Wahrheit ins Gesicht prügelte. Der Weg zum Revier fiel mir sichtlich schwer, nicht nur, weil ich mich den untrüglichen Tatsachen stellen musste, sondern auch, weil ich an dem restlichen Wochenende keine einzige Minute zur Ruhe gekommen war. Ich schlurfte wie ein Zombie zu seiner Hinrichtung, mit blutunterlaufenen Augen, deren tiefhängenden Tränensäcke selbst Quasimodo Konkurrenz gemacht hätten. Schon einmal einen Zombie zu seiner Hinrichtung laufen sehen? Ich nicht, aber die Gewissheit eines eingeschlagenen Schädels oder Kopfschusses fühlte sich in dem Moment ziemlich vielversprechend an. Ich kann nur im Nachhinein vermuten, welchen Eindruck ich auf andere gemacht haben muss. Aber wenn Kinder erschrocken vor einem wegrennen und Mütter einen mit bösen Blicken bedenken, während sie schützend ihre Arme um ihre Kinder legen, muss ich wohl arg verstörend auf andere gewirkt haben. Ganz so, als wäre ich blutverschmiert und mit laufender Kettensäge aus einem Horrorfilm entsprungen.

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Freedom 2050 (Arbeitstitel) Prolog – Leseprobe

Vor mir erstreckte sich Staub und nichts als Sand und Staub. Die Natur hatte sich zurückgeholt, was die Menschen erbaut und vor Jahren zugunsten noch größerer Städte zurückgelassen hatten. Ganze Ballungszentren waren vollständig verlassen und sich selbst überlassen worden. Jahrhunderte alte Kukltur einfach so verloren und in Vergessenheit geratend. Manche Städte wurden von den Wüsten zurückgefordert, andere von der Vegetation und wieder andere von den durch die Erderwärmung steigenden Ozeanen. Die Menschen waren stattdessen in neue, auf dem Brett entworfene, Supermetropolen gezogen, die Schutz, Arbeit und Sicherheit bieten sollten. Der Traum einer modernen Gesellschaft und zugleich trügerische Illusion. Denn letztendlich waren es nur Gefängnisse in anfänglich schöner Verpackung. Die Städte wurden von Magnetschwebebahnen verbunden, die die Landschaft wie einst die großen Highways zerschnitten.

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Crazy Time (Back to paradise) – Leseprobe

In der Psychiatrie, in welcher ich zumindest auf die Offene verfrachtet wurde, verbrachte ich das nächste halbe Jahr. Zum Glück war man so gnädig, mir ein Einzelzimmer zuzuteilen, sonst wäre ich wahrscheinlich endgültig durchgedreht. Die Farbgestaltung der Klinik jedoch war mir ein Graus – gelbe und grüne Wände mit weißen Streifen auf mittlerer Höhe. Auch wenn die Farbpsychologie den Farben beruhigende und aufmunternde Wirkungen zuschreibt, so war die Farbkombination für mich eher noch ein Grund mehr, tiefer in Depressionen abzurutschen. Meine Zimmernachbarn waren auch erstklassig. Der eine fing irgendwann morgens um acht an, seinen Kopf gegen die Wand zu schlagen und hörte damit erst am Abend, ebenfalls gegen acht, auf. Wie ich später erfuhr war er Dauerpatient und man hatte ihm den Raum schon mit Schaumstoffpolstern ausgekleidet. Der andere redete die ganze Zeit mit seinen sechs imaginären Freunden und wenn man ihm zuhörte, konnte man vereinzelt tatsächlich ganze Gespräche nachverfolgen, da sich seine drei Persönlichkeiten rege darin einbrachten.

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Freedom 2050 (Arbeitstitel) – Leseprobe

Ich kann mich kaum noch erinnern, wie es damals war, als wir noch Rechte hatten. Als Freiheit noch ein Gemeingut war und kein Privileg. Dabei ist es noch nicht einmal so lange her. Noch vor wenigen Jahren konnten wir als unbescholtene Bürger unserer Wege gehen. Hatten die Wahl wo wir lebten und was wir taten. Und dann änderte sich alles. Es begann schleichend, parasitär. Stück für Stück schränkte man uns in unseren Freiheiten ein und als die Mehrheit plötzlich bemerkte, was vor sich ging,  war bereits alles zu spät. Wir waren Vögel, gefangen in viel zu kleinen Käfigen und nur wenige schafften es, sich der anbahnenden totalitären Macht noch zu entziehen. Einige wenige dieser letzten freien Menschen sitzen nun hier,  bedeckt von Staub,  abgehungert und abseits der restlichen Gesellschaft lebend,  doch voller Freiheitswillen. Es schlummert noch immer ein Feuer in uns und es sollte wieder lichterloh brennen.

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Larks Abenteuer, Prolog #Leseprobe

Er würde es tun.
Das stand für ihn eindeutig fest.
Er würde irgendetwas tun…
Er würde es aller Welt beweisen.
Er würde sich zum größten Held seines Volkes erheben.
Oder zumindest so ähnlich…

Ihr müsst wissen, Lark, so der Name unseres kleinen Helden, Lark ist ein Kalur. Und Kalure sind die denkbar größten Feiglinge unter den drei Sonnen. Sie sind der Stoff aus dem Geschichten gewebt werden. Also… derlei Geschichten, über die andere sich vor Lachen den Bauch halten. Und diese Geschichten sind teilweise so witzig für die restlichen Bewohner von Ranogad, dass manch einer schon lachend vom Stuhl fiel und sich den Hals brach. Ihr seht schon… Kalure… Ein durchaus sehr eigentümliches Völkchen, das sich doch tatsächlich erst in Schaumstoffpolster und Luftpolsterfolie einwickelt, bevor es wagt einen Fuß vor die Tür zu setzen.

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