Kategorie: Weltsch(m)erz

Memento deliriosa

Es war ein schöner Abend. Unbeschwert. Lustig. Es wird nicht mehr daraus werden als Freundschaft. Mal was trinken gehen, mal zusammen was unternehmen. Aber nicht mehr. Und das ist auch okay so. Ich hatte auch nicht mehr erwartet. Warum eigentlich nicht? Vielleicht bin ich schon zu abgeklärt, vielleicht passte es einfach nicht, vielleicht hielt sie einfach zu sehr Distanz. Aber es ich nicht wichtig das Leben geht weiter. Ich trinke noch ein paar Drinks und morgen ist ein neuer Tag.
Weggenickt. Schweißgebadet erwache ich. Da war es wieder. Dein Gesicht brach sich erneut in meine Träume. Wie ein verstohlener Dieb schlich es sich ein und entwendete mir etwas. Meine Ruhe. Selbst nach mehr als einem halben Jahrzehnt vermagst du es noch immer, mich innerlich zutiefst zu bewegen. Obwohl du längst nicht mehr da bist.

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Hab doch mal Geduld. Oder wie man sich selbst viel zu oft manipuliert.

Erfahrungen prägen – ein Spruch der allzu oft zutrifft, aber uns auch genauso immer mal wieder in uns selbst behindert. Wir legen Verhaltens- und Denkweisen an, um uns zu schützen, um zu verhindern dass uns irgendjemand etwas anhaben könnte. Doch allzu oft schließen wir damit auch jene aus, die es wert sind, ihnen den Vertrauensbonus zu geben. Denn letztendlich wachsen wir zwar an unseren Erfahrungen und an unserer Vergangenheit, aber wenn es wirklich darauf ankommt, sind wir nicht selten unser eigener größter Feind. Unsere eigene Nemesis.

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Handymanie

Den Blick durch die Runde schweifen lassend, entdecke ich hier und da ein flüchtiges Lächeln. Ein unscheinbares Zucken der Mundwinkel das sich langsam nach oben schiebt und ein charmantes und sympathisches Strahlen im Gesicht der Person freigibt. Doch gilt jenes bedauernswerter Weise meist nicht mir oder anderen, sondern den jeweiligen Smartphones die just wohl ein paar sympathische Zeilen ausspuckten. Durch die Bahn blickend fallen mir mehrere Dinge auf… Erstens, die meisten Menschen sitzen alleine. Nicht weil es genug Platz geben würde, sondern weil sie ein schon angeboren scheinendes Unvertrauen gegenüber anderen Menschen zu haben scheinen. Aus einfachen Sitzplatzbesetzern, nämlich den Rucksäcken ihrer Besitzer werden schnell auch mal Sitzblockaden, indem Menschen sich so setzen, dass sie auch auf einem Viererplatz möglichst jeden Platz durch Sitzhaltung oder Gepäckplatzierung so einnehmen, dass ein ungezwungenes dazusetzen unmöglich wird. Warum denn auch nicht? Immerhin ist Hartz IV-Verhalten heutzutage modern. Am besten mit Jogginghose, Bier in der Hand und einem Odeur, das schlechte Körperhygiene, noch schlechtere Zähne und ein ausgeprägtes Trink- und / oder Suchtverhalten vermuten lässt. Das ganze gepaart mit einer Glanzleistung an schlechtem Benehmen und wir fühlen uns gleich alle viel besser.

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Lie to me

Wir fahren die Achterbahn des Lebens wie verdammte Junkies. Wir sind dressierte Affen, die nach Applaus und ihrer Banane verlangen. Wir fallen auf die Fresse und stehen wieder auf, hoch erhobenen Hauptes, als wäre nichts geschehen. Wir diktieren anderen unseren Willen und erwarten, dass alles im Leben nach Plan verläuft. Erwartungen – ein Wort mit so viel Bedeutung und doch keiner. Denn sind wir ehrlich mit uns selbst, gehen unsere Erwartungen schon an der Quelle kaputt. Wir stellen so viele Ansprüche und stecken so viele Hoffnungen in andere. Wir befördern uns selbst zu Stehaufmännlein. Wir jauchzen himmelhoch, wenn alles so läuft wie wir es uns wünschen, doch irgendann kommt stets der Punkt, an dem unser Leben nicht weiter nach dem Motto freie Fahrt gelebt werden kann, sondern einen beherzten Griff ins Lenkrad benötigt. Wir sind zutiefst enttäuscht, wenn die Wahrheit verbogen wird, die Seifenblase zerplatzt und wir uns wieder mit der harten Realität abfinden müssen, vor der wir zuvor verzweifelt geflüchtet sind.

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